Neuerungen von Power Pivot in Excel 2013

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PowerPivotExcel 2013 ist nun bereits seit über einem Jahr auf dem Markt und hat sich nach unserer Erfahrung bereits bestens bewährt. Power Pivot in Excel 2013 ist technisch gesehen bereits die Version 3 dieser revolutionären Technologie und mittlerweile sehr stabil und damit produktiv einsetzbar. Dazu ist Power Pivot in Excel 2013 erstmalig perfekt integriert und steht in einer reduzierten, aber dennoch sehr leistungsfähigen Basisversion („Data Model“) erstmals allen Excel Benutzern zur Verfügung.

In diesem Beitrag möchten wir systematisch die Neuerungen gegenüber Power Pivot Version 2 vorstellen sowie auch die Updates beleuchten, die seit dem Release im Februar 2013 schon wieder hinzugekommen sind.

Verfügbarkeit und Lizenzierung

Eine wichtige Änderung ist die Art der Installation. Während in Excel 2010 Power Pivot noch als kostenloses Add-In auf jeder beliebigen Excel Lizenz manuell dazu installiert wurde, ist Power Pivot in Excel 2013 bereits in die Excel Installation integriert und braucht nur noch aktiviert zu werden.

Das reduzierte Data Model steht dabei (wie bisher) auf jeder beliebigen Excel Lizenz zur Verfügung. Die Vollversion von Power Pivot ist jedoch grundsätzlich nur noch in der Professional Plus Lizenz sowie in der Office 365 ProPlus Lizenz (Plan E3/E4) verfügbar. Nach Protesten hat Microsoft zwar im August 2013 ein Update für Excel 2013 herausgegeben, das wiederum das vollwertige Power Pivot auch auf die Excel Standalone Lizenz verfügbar macht. Wir gehen allerdings davon aus, daß es ein solches Entgegenkommen beim nächsten Release von Office nicht mehr geben wird (mehr erfahren …)

Basisfunktionen des sogenannten Data Model

Das Data Model ist also in jeder Excel 2013 Lizenz enthalten (wir gehen übrigens davon aus, daß dies auch in Zukunft so bleiben wird) und enthält folgenden reduzierten Leistungsumfang:

  • Importieren von Millionen von Zeilen aus mehreren Datenquellen (hohe Datenkomprimierung bei schneller Datenverarbeitung und kleiner Dateigröße)
  • Erstellen von Beziehungen zwischen Fakten- und Dimensionstabellen im Data Model
  • Verwendung des Data Models als Basis für PivotTables, PivotCharts und Power View-Berichte
  • Verwalten der Datenverbindungen

Excel lädt also auf Wunsch automatisch die angebundenen Daten in das Modul für die Datenanalyse im Arbeitsspeicher, was bisher nur mithilfe des Power Pivot-Add-Ins möglich war. Das Data Model hat jedoch nicht wie Power Pivot eine eigene Verwaltungsoberfläche sondern wird sehr schlicht im Datenimport-Dialog angesprochen:

DataModel-Daten-hinzufuegen

Die Beziehungen zwischen den Tabellen werden dann über die Feldliste des PivotTables hergestellt, die Verbindungen zu den Quelldaten „ganz normal“ über die Excel Verbindungen gewartet (und auch aktualisiert).

Fazit: trotz fehlender Funktionen ist das Data Model ein Riesenfortschritt für alle Excel PivotTable Benutzer – es können jetzt fast beliebige Datenmengen eingelesen werden, die Dateigröße sinkt und die Geschwindigkeit steigt ganz enorm an.

Erweiterte Funktion von Power Pivot

Der Umstieg von Power Pivot in Excel 2010 (= Version 1 oder 2) auf Excel 2013 ist sehr einfach, da es sich bei Power Pivot in Excel 2013 (= Version 3) um eine evolutionäre Weiterentwicklung handelt.

Hier die wichtigsten Neuerungen:

  1. Excel und Power Pivot verfügen jetzt über eine einheitliche Feldliste
    Das war auch höchste Zeit, die Bedienung in Excel 2010 war dadurch sehr verwirrend und Power Pivot hat auch unausgereift gewirkt.
  2. Die Feldliste enthält jetzt kein 5. und 6. Feld mehr für die Anordnung der horizontalen und vertikalen Slicer – stattdessen 2 neue Buttons in der Power Pivot Symbolleiste
    … diese können jetzt in jedem beliebigen PivotTable verwendet werden (nicht auf Power Pivot beschränkt).
  3. Neugestaltung der externen Datenverbindungen
    Die Datenverbindungen zu den externen Datenquellen wurden so umgestaltet, daß jede Power Pivot Datenverbindung jetzt auch eine Arbeitsmappenverbindung darstellt (hier: „SAP-ERP“):
    DataModel-Verbindungen
    Was das bringt? Endlich kann das gesamte Power Pivot Datenmodell direkt aus dem Excel Frontend aktualisiert werden, es braucht nicht jedes Mal ins Backend gewechselt zu werden. Dazu ist mit dieser Änderung auch die Aktualisierung per VBA von einem komplexen Code-Stück auf einen 1-Zeiler geschrumpft.
  4. Neugestaltung der internen Datenverbindung
    Die interne Datenverbindung – diese verwenden PivotTables und Cubeformeln zur Kommunikation mit dem Data Model – wurde umbenannt. Während in Excel 2010 noch die Bezeichnung „PowerPivot Datamodel“ gesetzt wurde, wird jetzt „ThisWorkbookDataModel“ als Standardname verwendet. Das ist für Cubeformel-Anwendungen relevant, die von Excel 2010 auf Excel 2013 konvertiert werden – nach der Konvertierung muss mittels Suchen+Ersetzen der Verbindungsname aktualisiert werden damit wieder alle Formeln funktionstüchtig sind.
  5. Metadaten und Datenkategorisierung für semantische Auswertungen
    Beschreibungen für Felder, Tabellen usw. werden zwar (noch?) nicht im PivotTable dafür aber in Power View angezeigt und damit das Datenmodell dokumentiert. Datenkategorien sind ein enorm wichtiges Instrument, um etwa ein geografisches Reporting umzusetzen, um Hyperlinks zu rendern un damit die Bilderanzeige zu ermöglichen sowie um von einem semantischen Berichtsinstrument wie Power View oder dem Power BI Q&A Feature möglichst intelligente Vorschläge für fertige Berichte zu erhalten:
    PowerPivot-Datenkatgorien
    Über die Datenkategorisierung kann offenbar auch Windows Azure Marketplace Vorschläge machen, welche Daten aus dem DataMarket möglicherweise zu diesen Daten passen könnten (bspw. Wetterdaten für diese Stadt).
  6. Erweiterter Modus wird zur Standardansicht
    Der Reiter „Erweitert“ ist jetzt immer sichtbar, damit ist auch die Anlage sogenannter Perspektiven jederzeit möglich (siehe auch Screenshot oben)
  7. Keine Dateigrößenbeschränkung mehr (relevant im 64-bit-Modus)
    Die frühere Dateigrößenbeschränkung auf 2 GB auf einem Datenträger bzw. 4 GB im Arbeitsspeicher gibt es nicht mehr. Zur Wirkung kommt diese Aufhebung allerdings nur beim Einsatz einer Office 64 bit Installation (die wir ohnehin empfehlen).
  8. Automatisches Erkennen von Beziehungen in Excel 2013 nicht mehr verfügbar
    Damit braucht – zumindest nicht aus diesem Grund – bei der Gestaltung des zugrundeliegenden Datenmaterials nicht mehr auf absolute Gleichnamigkeit der Key-Felder in den Dimensionstabellen und der Foreign-Key-Felder in der Faktentabelle geachtet zu werden.
  9. Weitere Änderungen (bei der Anlage von KPIs, Anzeige/Suche von Metadaten, Datenschnitt mit rechter Maustaste in Feldliste hinzufügen)

Updates seit dem Release im Februar 2013

Eine neues Hauptrelease hat es seither nicht gegeben, eine systematische Dokumentation der bisherigen Updates ist uns nicht bekannt. Melissa Coates berichtete im Dezember 2013 von einem Power Pivot Update, das für das neue Power BI Q&A Feature eine „Synonymous“-Function eingeführt hat. Dem Datenmodell können somit zusäztlich zu den bisherigen Metadaten synonyme Attributnamen verpaßt werden, die dann im Q&A Tool anstelle der vielleicht zu technischen Originalnamen angezeigt werden (und natürlich auch für die Q&A-Suche verwendet werden).

Quellennachweis

www.sqlchick.com/entries/2013/12/19/getting-new-power-pivot-features-other-office-2013-updates.

Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

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