Viel Power BI beim SQLSaturday Vienna 2018

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Das Community Event SQL Saturday Vienna 2018 ist heute in Wien erfolgreich und für uns Teilnehmer sehr informativ über die Bühne gegangen. Das kleine (und ehrenamtliche) Team der PASS Austria hat die Veranstaltung mit schätzungsweise 300 Teilnehmern super organisiert, die Stimmung war locker und sehr positiv. Der Anteil an Power BI Tracks am umfangreichen Programm war in diesem Jahr besonders hoch:

  1. Power BI Server – On Premises (Sandra und Frank Geisler)
  2. Battle „Tableau vs. Power BI „(Oliver Engels, Thomas Rones)
  3. Azure Analysis Services – An important step for BI in the cloud (Gabi Münster)
  4. Understanding the Power BI data model (Kasper de Jonge)
  5. M and Power Query Beyond Limits (Reza Rad)

Dazu hatte ich die Gelegenheit, mehrere Blogger Kollegen live zu erleben, allen voran Reza RadKasper de Jonge und beim gestrigen Pre-Con Seminar Advanced Analytics with Power BI and R auch die großartige Leila Etaati!

1. Power BI Server – On Premises

Frank und Sandra Geisler liefern eine sehr kompetente Vorstellung des seit 2017 verfügbaren Power BI Report Servers (PBIRS). Dabei ist wesentlich, daß das Serverprodukt zwar nach „Power BI“ benannt ist, aber eine vollständige „Reporting Services“ Installation mit den folgenden 5 unterstützten Berichtstypen darstellt:

  1. Paginated Reports (= bisherige „alte“ SSRS Berichte)
  2. Power BI (iVm „Power BI Desktop RS“)
  3. Excel (iVm „Office Online Server“)
  4. Mobile Reports (= „Datazen“ Dashboards)
  5. KPIs

PBIRS liegt mit dem Oktober-(2017)-Update im zweiten Release vor, sehr interessant waren folgende für mich neuen Power BI bezogenen Informationen zu diesem Releasestand:

  • Die Row Level Security – also die selektive Anzeige von Daten je nach Berechtigung des konsumierenden Benutzers – steht mit folgenden Einschränkungen zur Verfügung: (1) Live Connection auf Tabular Model oder Cube: funktioniert (2) Direct Query Modus auf relationale DB mit aktiver RLS: funktioniert (3) Import Modus mit Static RLS: funktioniert nicht, da die in PBI Desktop definierten Rollen im PBIRS  nicht auf Benutzer gemappt werden können, diese Funktion fehlt derzeit noch (4) Import Modus mit Dynamic RLS: kontroverse Einschätzungen, ein Teilnehmer war jedoch sicher, daß das auch im PBIRS bereits funktioniert.
  • Das Embedding von Power BI on-premise Reports beispielsweise in ein SharePoint Portal funktioniert in der Praxis sehr gut. Auch die Login Informationen werden mit einem single-sign-on an die Row-Level-Security des PBI Datamodels sauber durchgereicht.

Hier eine gute Übersicht zu den 3 wichtigsten Verteilungsmethoden von Power BI Reports in PBIRS:

Quelle: www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Details.aspx?sid=68321

2. Battle „Tableau vs. Power BI“

Oliver Engels und Thomas Rones zeigen im witzigen „Battle-Style“ den direkten Vergleich der beiden Tools Tableau und Power BI, gleich vorweg der Ausgang des Matches:

Im direkten Vergleich hat sich gezeigt, daß die beiden Tools „Tableau Desktop“ und „Power BI Desktop“ nicht nur beim Namen große Ähnlichkeiten aufweisen. Tableau ist ein hervorragendes Tool für Data Discovery und Visualisierung, Power BI hat aber auch an vielen Stellen punkten können. Interessant auch der Preisvergleich, wobei mir unklar ist, wie die monatlichen Kosten des PBI Report Servers ermittelt wurden (da dieser ja pro CORE lizenziert wird):

Quelle: www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Details.aspx?sid=69453

3. Azure Analysis Services – An important step for BI in the cloud?

Gabi Münster hat sehr kompetent den aktuellen Releasestand von Azure AS Tabular vorgeführt, wie einfach eine AS Instanz in der Azure Cloud erzeugt werden kann und wie mit den Tools SSMS und SSDT damit wie gewohnt gearbeitet wird. Natürlich sind in der Praxis einige Fragen des Datentransfers von on-premise Datenquellen zu handhaben, das Angebot dafür dürfte aber schon recht gut ausgereift sein.

Azure AS füllt die Lücke zwischen Power BI (Premium) und Enterprise BI in der Cloud:

Überraschend und positiv für mich waren die folgenden Informationen:

  1. Es gibt keine (!) Funktionsunterschiede zwischen AS Tabular im SQL Server 2017 und AS Tabular auf Azure (Compatibility Level = 1400)
  2. Power BI Desktop Dateien können über das Tool „Azure AS Web App“ (= Pendant zu den SSDT im SQL Server) als Tabular Model nach Azure AS importiert werden (on-premise ist das in den SSDT bisher noch nicht möglich)

Quelle: www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Details.aspx?sid=68458

4. Understanding the Power BI data model

Kasper de Jonge hat in seinem Track eine hoch-komprimierte und anspruchsvolle Einführung in die Funktionen und die Architektur des Power BI Datamodels (= Tabular Model / Power Pivot) geboten. Im Kern ging es um die Frage, warum man mit dem Frontend („Visuals“) nicht einfach direkt auf die relationale Datenquelle zugreift bzw. wie sehr das Datamodel für den hohen Analysekomfort, die Interaktivität, die Business Logik und die Row Level Security von Power BI verantwortlich ist:

Ein Schwerpunkt lag auch auf der DAX-Formelsprache, die ja einen excel-gleichen Kern hat aber gegenüber Excel folgende Erweiterungen bietet:

  • Dynamic calculation of measures (1 formula, many results)
  • Navigate Relationships (replace VLOOKUP)
  • Table functions
  • Time Intelligence
  • Variables
  • Queries

Weitere Schwerpunkte lagen auf der Funktionsweise der Vertipaq Engine und auf dem Einsatz des Direct Query Modes.

Quelle: www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Details.aspx?sid=67507

5. M and Power Query Beyond Limits

Reza Rad – einer der ganz großen Power BI Blogger – hat in seinem kurzweiligen und didaktisch sehr gut aufgebautem Track einen super Einstieg in die Power Query Komponente von Power BI geliefert. Nach einem lockeren Einstieg mit der Merge-Funktion und einer sehr griffigen Einführung in die Formelsprache M hat er uns gezeigt, wie eine fortgeschrittene Extraktionslösung für einen Feiertagskalender aus dem Web mit einer M-Funktion aufgebaut werden kann. Sehr unterhaltsam und lehrreich, super!

Quelle: www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Details.aspx?sid=70156

Quellen:

www.sqlsaturday.com/679/Sessions/Schedule.aspx

Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

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