SQL Server 2012 – Überblick über die neue Lizenzierung

Publiziert von

Die Lizenzierung von SQL Server 2012 ist nicht komplett neu gegenüber SQL Server 2008 R2, aber doch spürbar verändert.

Die Preise werden teilweise angehoben, dies wird aber locker durch den massiv erweiterten Funktionsumfang gerechtfertigt. Im Gegenzug reicht aber jetzt fallweise eine Standard Edition wo früher eine Enterprise Edition nötig war, besonders in der Verwendung klassischer Cubes. Glücklich auch alle, die unter SQL Server 2008 R2 eine Software Assurance (SA) abgeschlossen haben, das Update auf SQL Server 2012 ist dann kostenlos.

Erstens, die Editionen:

Aus den bisherigen zwei Haupt-Editionen sind nun drei geworden, endlich wird der überragenden Rolle von SQL Server im Business Intelligence Sektor mit einer eigenen Edition Rechnung getragen.

  1. Enterprise Edition (EE)
    „For mission crititcal applications and large scale datawarehousing.“
    Die EE umfasst nun auch die Funktionen der bisherigen Datacenter Edition und ist für wirklich große (relationale) Datenbanken/Datawarehouses ausgelegt.
  2. Business Intelligence Edition (BI)
    „Providing premium corporate and self-service BI.“
    Die BI-Edition wurde in SQL Server 2012 neu geschaffen und bietet tatsächlich enorme Möglichkeiten im Bereich der klassischen multidimensionalen als auch in der neuen tabellarischen Analyse, im Reporting und im Dashboarding.
  3. Standard Edition (SE)
    „For basic database, reporting and analytics capabilities.“
    Die SE beinhaltet viele Features der Analysis Services die noch in SQL Server 2008 R2 ausschliesslich in der EE verfügbar waren! Die SE ist eine solide Basislizenz für normale Datenmengen und „klassische“ cubebasierte Business Intelligence.

Einen guten ersten Überblick über die Funktionen der einzelnen Editionen erhalten Sie in der folgenden Abbildung:


Die detaillierte Feature-Comparison-List finden Sie hier.

Keine Änderungen ergeben sich bei den schon bisher verfügbaren Editionen Developer, Express und Compact. Datacenter Edition ist in der EE aufgegangen, Einschränkungen gibt es bei bisherigen Web Edition. Workgroup und Small Business Edition wurden ersatzlos eingestellt.

Zweitens, die Lizenzierungsmodelle:

  1. Computing-power based Licensing (EE, SE)
    Hier erfolgt ein Wechsel von der bisherigen Prozessor-Lizenzierung hin zur neuen Core-Lizenzierung. Damit wird eine konsistentere Bemessung der Leistung auf physischen Servern, virtuellen Servern und Windows Azure Cloud Ressourcen sichergestellt. Der Preis einer Core Lizenz liegt bei 1/4 der SQL Server 2008 R2 Prozessorlizenz (EE, SE). Es sind mindestens 4 Kerne zu lizenzieren, danach erfolgt die Lizenzierung in 2er-Schritten.
  2. User-and-Devices based Licensing (BI, SE)
    Das Lizenzierungsmodell entspricht dem bisher bekannten. Pro Server ist eine Serverlizenz anzuschaffen und pro Benutzer oder Device eine CAL. Eine SQL Server 2012 CAL berechtigt umgekehrt zum Zugriff auf beliebig viele Serverlizenzen, auch älterer SQL Server Versionen. Der Preis der CAL wurde um rund 27% erhöht gegenüber SQL Server 2008 R2.

Drittens, die Lizenzierungsoptionen:

Entnehmen Sie der folgenden Abbildung die Anwendbarkeit der Lizenzierungsmodelle auf die einzelnen Editionen. Dazu sind auch die von Microsoft veröffentlichten Richtpreise zu sehen: 

Quellennachweis:

www.microsoft.com/sqlserver/en/us/sql-2012-editions.aspx

Dort sind auch die beiden sehr nützlichen Dokumente „SQL Server 2012 – Licensing Datasheet“ und „SQL Server 2012 – Frequently Asked Questions Editions and Licensing“ zu finden.

Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

Weitere Beiträge

Kategorien: SQL Server als DWH nutzen