In 3 Schritten zum Dashboard / Schritt 1: Ideen sammeln

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Dashboard-Series-1In dieser Blogserie In 3 Schritten zum Dashboard sehen wir uns an, wie wir strukturiert und effektiv zu einem robusten und praxistauglichen Dashboard kommen.

In Schritt 1 geht es zuerst um die Frage, was ein Dashboard genau ausmacht, was es für Kategorien von Dashboards gibt und – das wichtigste – wo wir uns Ideen für unsere eigenen Dashboards holen können. Abschreckende Beispiele / No-Gos sind besonders nützlich, um unsere wertvolle Zeit nicht zu riskieren, im ersten Anlauf selbst in die gängigsten Fallen zu tappen!

Was ist überhaupt ein Dashboard?

Dashboard bedeutet wörtlich übersetzt Armaturenbrett oder auch Übersichtsseite, Synonyme sind Kennzahlen- oder Management Cockpit, etwas unscharf auch Scorecard (Definitionen gibt’s hierhier und hier)

Ein typisches Dashboard …

  • zeigt hochverdichtete Informationen („Metriken und KPIs“) für einen Unternehmensbereich, die häufig aus mehreren Datenquellen stammen
  • besteht primär aus Diagrammen, Grafiktabellen und Ordnungselementen (Überschriften, Bilder und Filter/Slicer)
  • füllt genau 1 Display / 1 Seite („One Page Only“) und ordnet die Elemente als sogenannte Widgets (oder auch „Visuals“) auf einem Raster an, die sich je nach Displaygröße responsive anordnen
  • wird vom Information Worker auf großen Bildschirmen („Datawall“), Desktops („Browser oder Excel“) oder Tablets / Smartphones Smartwatches („touch-gesteuert“) interaktiv konsumiert (und nur selten ausgedruckt)
  • zeigt die Informationen rollierend („die letzten 30 Tage“) und wird automatisch aktualisiert („always on“) / die Aktualisierung erfolgt getaktet („stündlich/täglich/wöchentlich/monatlich“) oder in Echtzeit („Monitoring“)
  • folgt einem strengen Notationskonzept damit die Visualisierungen in einheitlicher Form erfolgen und intuitiv aufnehmbar sind („im Vorbeigehen„)
  • enthält keine erläuternden Kommentare oder Maßnahmen der Verantwortlichen (auch wegen der rollierenden Aktualisierung)

1 Dashboard Intro - Databox datawall
Quelle: databox.com/product/datawall

Was gibt es für Kategorien von Dashboards?

Dashboards gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, wir möchten hier nach den folgenden 3 Kategorien unterscheiden:

Nach Verwendungszweck Nach Technologie Nach Device
  • Enterprise Dashboards
  • Finanz Dashboards
  • Sales Dashboards
  • HR Dashboards
  • Marketing Dashboards
  • Manufactoring Dashboards
  • IT Dashboards (für Server, Cloud Services, usw.)
  • u.v.m.
  • excel-basierte Dashboards
  • cloud-basierte Dashboards
  • u.a.
  • Datawall
  • Desktop / Tablet
  • Smartphone
  • Smartwatch
  • (Papierausdruck)

Im folgenden gliedern wir nach verwendeter Technologie, da die Technologieentscheidung wesentlich die Machbarkeit der Visualisierungs-, Interaktions- und Verteilungskonzepte bestimmt.

Ideen für excel-basierte Dashboards

Excel-basierte Dashboards sind bisher eher für die Verteilung über Displays auf Laptops oder großen Monitoren konzipiert, wenn auch grundsätzlich einer mobilen Verteilung bei entsprechender Gestaltung nichts im Weg steht.

Wir starten mit einem Beispiel aus unserem hauseigenen Linearis Dashboard Portfolio. Es handelt sich thematisch um ein Enterprise Dashboard für die SAP-IDES Demoumgebung, die Realisierung ist komplett mit Excel Bordmitteln (ab Excel 2010) und ohne VBA-Code erfolgt. Die volldynamische Abfrage der Werte erfolgt mit den ebenfalls excel-eigenen Cubeformeln direkt aus einem Analysis Services Cube / Tabular Model:

2 Demo-Dashboard EXCEL Linearis Enterprise

Markus Wolff von unserer Partnerfirma chartisan (Berlin) zeigt in diesem Blogbeitrag ein sehr schönes Beispiel für ein Sales Dashboard, realisiert ebenfalls mit Excel Bordmitteln. Besonderes interessant ist der Einsatz des Scrollbalkens zur dynamischen Rollierung der Top-10-Liste im unteren Bereich des Dashboards …

2 Demo-Dashboard EXCEL chartisan Sales

… oder hier eine schöne Anregung für ein Multiple-basiertes Dashboard zur vergleichenden Visualisierung von zeitlichen Entwicklungen (in unterschiedlichen Absatzländern, Produktgruppen, Baustellen, usw.):

2 Demo-Dashboard EXCEL chartisan Multiples

Tolle und sehr zahlreiche Vorlagen sind auf chandoo.org zu finden, hier eine sehr interessante (und hochgradig interaktive) Vorlage für ein KPI Dashboard:

2 Demo-Dashboard EXCEL chandoo KPI

Ebenfalls sehr wertvolle Anregungen können bei Mynda Treacy (Webinar oder Course) gesammelt werden:

2 Demo-Dashboard EXCEL Mynda Treacy 1

Ideen für cloud-basierte Dashboards

Cloud-basierte Dashboards haben in den letzten Jahren dem Thema Dashboarding ungeheuren Schwung verliehen und vielleicht nicht völlig neue, dafür aber sehr innovative Visualisierungen und Interaktionskonzepte geschaffen, die auch eine mobile Verteilung über Smartphone und jetzt auch über Smartwatch ermöglichen.

Microsoft hat mit Power BI eine leicht nutzbare und sehr schlagkräftige Reporting- und Dashboardingplattform in der Cloud geschaffen, die auch hervorragend zur mobilen Verteilung von Dashboards geeignet ist:

3 Demo-Dashboard CLOUD Power BI

Ideen sammeln kann man hier recht gut in der Data Stories Gallery sowie in den mitgelieferten Demoumgebungen des Power BI Accounts, einfach unter Daten abrufen -> Beispiele aufrufen:

3 Demo-Dashboard CLOUD Power BI Demoumgebungen

Standards setzt seit Jahren das Startup Geckoboard (GB), in den Case Studies sowie in den Dashboard Examples sind wirklich tolle Anregungen zu finden und der Blog liefert sehr wertvolles Know-How rund um das Thema Dashboarding. Hier ein schönes Beispiel für eine Datawall mit einem Manufactoring Dashboard:

3 Demo-Dashboard CLOUD Geckoboard Manufacturing

Das Startup Databox (US) hat den Fokus auf das mobile Dashboarding gesetzt und wagt sich bis zur Smartwatch vor …

3 Demo-Dashboard CLOUD Databox Mobile

… ein weiterer Fokus liegt aber auch bei diesem Anbieter auf sehr schön gestalteten Datawalls:

3 Demo-Dashboard CLOUD Databox Datawall

Abschreckende Beispiele / No Gos („Schreckenskeller“)

Misslungene Dashboards amüsieren uns zwar, doch ist es gar nicht so einfach, in einem ersten Versuch nicht selbst in einer solchen Sackgasse zu landen. Daher ist es sehr nützlich, schon im Schritt 1 einige No-Gos kennenzulernen, damit wir uns später rechtzeitig daran erinnnern. :)

Prof. Hichert hat in seinem Dashboard Schreckenskeller zahlreiche No-Gos gesammelt, wie man es eben nicht machen sollte. Seine Hauptkritik an misslungenen Dashboards:

  • Prächtige Rundinstrumente: kaum verständlich sind, aber viel Platz einnehmend…
  • Keinerlei Notationskonzept: Hauptsache bunt…
  • Absurde Skalierung: Vergleiche sind nicht möglich…

4 Dashboard Schreckenskeller HICHERT

Auch der bereits weiter oben vorgestellte Anbieter Geckoboard hat im Blogbeitrag 5 Terrible Dashboard Designs and How to Fix Them eine „schöne“ Sammlung misslungener Dashboards zusammengestellt und leitet daraus 5 Merksätze ab:

  1. Dashboard fail example 1: All the colors of the rainbow (“zu bunt”)
  2. Dashboard fail example 2: 3d hurts my eyes and brain! (“zu überladen”)
  3. Dashboard fail example 3: Anyone got some glasses i can borrow? (“zu klein / nicht lesbar”)
  4. Dashboard fail example 4: What should i focus on here? (“zu homogen”)
  5. Dashboard fail example 5: Is this a St. Patrick’s day dashboard? (“zu einheitlich eingefärbt”)

4 Dashboard Schreckenskeller GECKOBOARD

Weiterführende Unterstützung

Natürlich, auch traditionelle BI Anbieter haben hübsche Dashboards (beispielsweise TableauQlik oder XLCubed) und auch immer mehr ERP-Lösungen sowie Cloud Services werden – sinnvollerweise – mit Dashboards aufgerüstet.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Zusammenstellung Ihrer firmenspezifischen Ideenquellen, bei der Klärung Ihrer konzeptionellen Fragen, bei der Technologieentscheidung und bei der Umsetzung Ihres Dashboards / Ihrer Dashboards. Jede Form der Unterstützung ist möglich, von der kostenlosen telefonischen Erstberatung über Trainings und Coachings bis zum schlüsselfertigen Dashboard-Projekt – ganz nach Ihren Vorstellungen.

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Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

Weitere Beiträge

Kategorien: Dashboarding, Excel als BI Frontend, Power BI im Team nutzen