Die Zukunft von BI: 7 Linearis Praxistrends

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Erfahren Sie nun im zweiten Teil dieses Blogbeitrages, welche BI Praxistrends wir speziell für den Mittelstand ableiten. Dazu liefern wir zu jedem Trend konkrete Empfehlungen, wie diese bereits heute insbesondere mit Hilfe der verfügbaren Microsoft Technologien umgesetzt werden können.

#1 Der CEO braucht eine Digitale Vision.
#2 BI trennt sich weiter auf in Reporting/Planung = Performance Management und Analyse = Business Discovery.
#3 BI bleibt heterogen im Toolset und wird integrierter in der Funktionalität für mehr Self-Service BI.
#4 BI wird jetzt richtig mobil und damit aussagekräftiger und persönlicher.
#5 BI wird multimedialer und damit „barrierefrei“ konsumierbar.
#6 BI wird vernetzter und es entsteht ein neues Enterprise Datawarehouse – das Konzept des „Single-Point-of-Truth“ ist nur noch im Kern gültig.
#7 BI verschmilzt mit den Cloud Services der großen Anbieter.

Die Aufgabe von Business Intelligence ist es, Ihr Management dabei zu unterstützen, Entscheidungen schneller, fundierter und transparenter zu treffen und damit Ihr Unternehmen noch besser zu steuern.

Verwenden Sie die folgenden „7 Linearis Praxistrends“ als konstruktive Anregung, wie neue Technologien und neue Konzepte Ihnen dabei helfen, den Managementprozess Ihres Unternehmens im Rahmen Ihrer BI Strategie der nächsten 5-10 Jahre noch deutlich effektiver zu gestalten.

 

#1 Der CEO braucht eine Digitale Vision.

Wir schließen uns dem Grundsatz der Accenture Studie an: „Every Business is a Digital Business. Der CEO braucht eine digitale Vision.“

Für alle neuen Technologien gilt: wir brauchen sie nicht. Unsere bestehenden Geschäftsmodelle funktionieren bestens ohne neue Technologien. Oder wer hat 1990 in seinem Geschäft E-Mails, Internet und Mobiltelefone vermisst?

Die Frage lautet also: wie können wir unser Geschäft durch den Einsatz neuer Technologien aktiv verändern und damit Wettbewerbsvorteile und neue Chancen realisieren? Und wollen wir diese Veränderung überhaupt?

Empfehlung: Erarbeitung Ihrer BI Strategie für die nächsten 5-10 Jahre als Kernstück der Digitalen Vision Ihres Unternehmens.

 

#2 BI trennt sich weiter auf in Reporting/Planung = Performance Management und Analyse = Business Discovery.

Während Business Discovery hohe Interaktivität und statistische Intelligenz in Echtzeit erfordert, braucht Performance Management Zuverlässigkeit und Richtigkeit im Tages-, Wochen- und Monatstakt. Diese prozessualen Unterschiede verstärken weiterhin den Trend zum Einsatz getrennter Technologien.

Empfehlung: Kritische Feststellung des vorrangigen Bedarfs in einem der beiden Bereiche. Die meisten Unternehmen brauchen keine „Komplett-BI“ sondern eine „Schwerpunkt BI“ entsprechend den erfolgskritischen Bereichen im Geschäftsmodell.

 

#3 BI bleibt heterogen im Toolset und wird integrierter in der Funktionalität für mehr Self-Service BI.

Multiple BI-Architekturen bleiben die Realität. RDMS, Cubes, In-Memory Analytics und mehrere spezialisierte Frontendsysteme bestehen weiterhin in Koexistenz.

Die Information Worker werden aber immer weniger bereit sein, sich in die speziellen BI Instrumente (Clients, Apps) einzuloggen – das Interesse verlagert sich von den einzelnen Tools hin zur BI Funktionalität (Serviceorientierung).

BI verschmilzt für Power User mit MS Excel.

Power User können mehrere spezialisierte BI Instrumente effektiv parallel nutzen wenn sich diese vollständig über MS Excel verwenden lassen. Dazu ist ein einfacher Zugriff auf die zentrale Datenschicht und wiederverwendbare Datenprozesse Voraussetzung für ein erfolgreiches Self-Service-BI. BI Systeme ohne echter MS Excel Integration werden zu aufwendig sein für die Fachabteilungen.

BI verschmilzt für End User als managed Self-Service mit dem Information Workplace.

  • Instrumente zum Berichtswesen / Planung / Performance Management werden Bestandteil des Unternehmensportals und werden weiterhin in ordner-ähnlichen Strukturen mit wenig Interaktivität konsumiert und anschließend kommentiert.
  • Instrumente zur Analyse / zum Business Discovery werden immer stärker in die allgemeinen Suchfunktionen der Content Management Systeme und Collaboration Systeme integriert werden und einfach als „bestimmter Treffertyp“ zur Verfügung stehen.

Self-Service BI impliziert die intensive Nutzung von modernen Cloud Services. Server- und Analysekapazitäten werden per Kreditkarte „on Demand“ aktiviert und wieder deaktiviert sobald diese nicht mehr benötigt werden.

Empfehlungen:

Formulieren Sie eine tragfähige „Excel-Komplementär-Strategie“ um von Anfang an dem Umstand gerecht zu werden, daß es ein BI Tool alleine nicht alle Zwecke erfüllen kann und in den meisten BI Prozessen Excel vorkommt.

Bevorzugen Sie solche BI Instrumente, die eine möglichst perfekte Integration aufweisen können – und zwar sowohl in Excel als auch den Information Workplace.

Evaluieren Sie die Microsoft Online-Services, insbesondere SharePoint Online und Windows Azure sowie die Möglichkeit für Private Cloud Services in Ihrem Unternehmen.

 

#4 BI wird jetzt richtig mobil und damit aussagekräftiger und persönlicher

Mobile BI bedeutet für uns die Trennung der Daten vom Gerät, die Verdichtung von Informationen und die persönliche Erfassungs-/Kommentierungsmöglichkeit über beliebige Devices hinweg. Mobile BI setzt damit die Nutzung von modernen Cloud Services voraus, mit einer „BI App“ wird noch kein mobiles BI gemacht.

Mobile BI wird heute in 3 Varianten umgesetzt. (1) Bestehende Berichte per Mail verschicken und diese auch via Smartphone/Tablet ansehen. (2) Bestehende Berichts- und Planungsmappen über ein Management Portal verteilen und damit auch mobil zugänglich und bearbeitbar machen. (3) Mobilen Berichts- und Analyse-Apps nach heutigem Muster („eigenständige mobile Welten“) geben wir keine große Zukunft, da sie zu wenig Mehrwert bringen und zu wenig integriert sind.

Mobile BI impliziert den Trend zum Information Design und zum Dashboarding. Die Benutzer werden nicht bereit sein, dicke Berichtspakete auf kleinen Displays rauf und runter zu scrollen. Es muss auf einen Blick erkennbar sein, was die Aussage eines Berichts/Dashboards ist und welche Maßnahmen daraus resultieren.

Mobile BI impliziert den Trend zu Personal Cloud Services wie SharePoint Online und OneNote. Es muß möglich sein, an jedem beliebigen Ort öffentliche aber auch persönliche Kommentare und Notizen zu einem Bericht/Dashboard zu verfassen und jederzeit auf frühere persönliche Informationen zuzugreifen.

Empfehlung: Microsoft bietet mit SharePoint Online ein Management Portal, das in wenigen Stunden konfiguriert werden kann. Windows 8 und Office 2013 bieten mit OneNote ein ausgezeichnetes, cloud-basiertes, multimediales und sehr persönliches Kommentierungsinstrument.

 

#5 BI wird multimedialer und damit „barrierefrei“ konsumierbar

Berichte und Analysen werden durch Bilder, Audio- und Videokommentare, Geo-Informationen – auch die der eigenen Position – und Animationen immer weiter angereichert, sodaß der Konsum von Information immer „barrierefreier“ wird.

Als möglichen Trend sehen wir das sogenannte Kantinen-TV. Das ist ein eigener TV-Kanal im unternehmensweiten Intranet mit Neuigkeiten, kombiniert mit Fakten und Daten, aus dem Unternehmen. Täglich aktualisiert für mehr Transparenz und mehr Selbststeuerungsfähigkeit aller Mitarbeiter.

Empfehlungen:

Excel 2013 bietet mit dem neuen PowerView umfangreiche Möglichkeiten zum multimedialen Berichtswesen direkt in Excel.

SharePoint Online ist eine kostengünstige Plattform zur Realisierung eines modernen Intranet mit immer mehr Möglichkeit zur multimedialem Business Intelligence.

OneNote 2013 Paket bietet tolle Möglichkeiten zur papierlosen und sehr persönlichen Organisation (konkret: Kommentierung und Archivierung).

 

#6 BI wird vernetzter und es entsteht ein neues Enterprise Datawarehouse – das Konzept des „Single-Point-of-Truth“ ist nur noch im Kern gültig.

BI ist – insbesondere in der Analyse / Data Discovery – immer mehr als Querschnittsfunktion über heterogene Informationstöpfe hinweg zu verstehen.

Redundante, personalisierte Informationen nach dem Vorbild des Internets gekoppelt mit leistungsfähigen Suchfunktionen nach dem Vorbild von Google, angereichert mit Information nach dem Vorbild der Social Media, sind die Gegenwart und die Zukunft.

Das entstehende Enterprise Datawarehouse ist neu zu denken, es besteht aus heterogenen Informationsquellen sowohl on-Premise als auch in der Cloud: Datawarehouse , Datamarts, ERP/CRM, Content Management System, Social Media, E-Mail und vieles mehr. Der Mehrwert entsteht immer öfter aus der Verknüpfung.

BI hat immer öfters heterogene Daten in Bezug zu setzen – insbesondere im Datawarehousing und im Datadiscovery. Das setzt Strategien und Instrumente zur Harmonisierung der Stammdaten und der Prozesse voraus (Datawarehouse, Datamarts, Datadiscovery).

BI hat neue Formen der Kommunikation zu integrieren. Kommentierung, Diskussionsforen, Umfragen und Abstimmungen via SharePoint Online gehören bald zum festen Bestandteil von BI Prozessen („Social BI“). Dazu kommen neue Formen der persönlichen Archivierung etwa über OneNote („Personal BI“).

Empfehlungen:

Das Enterprise Datawarehouse ist derzeit noch nicht auswertbar für den Mittelstand, hier werden wohl noch einige Jahre vergehen, bis Big Data Algorithmen leistbar sein werden.

Die Zeit sollte genutzt werden, um die einzelnen Datentöpfe, vorrangig Datawarehouse und Content Management System, aufzubauen beziehungsweise in Ordnung zu bringen.

Unser radikales FLEX-Reporting! Datenkonzept ermöglicht die effektive Vereinheitlichung heterogener Datenbestände nach management-orientierten Richtlinien, SharePoint Online bietet die kostengünstige Möglichkeit zum Aufbau eines lebendigen Content Management Systems einschließlich interaktivem Management Portal.

 

#7 BI verschmilzt mit den Cloud Services der großen Anbieter.

Große Cloud-Anbieter wie Microsoft bieten mittlerweile komplette IT Ökosysteme, die noch dazu mit den bestehenden „lokalen Welten“ perfekt integriert sind. BI Software wird immer stärker mit Services wie SharePoint Online verschmelzen.

BI wird damit auch Bestandteil der Personal Cloud der Information Worker. Nutzer möchten persönliche Lesezeichen und Kommentare an BI Inhalten anbringen und diese papierlos und damit immer und überall zurückgreifen können.

Empfehlung: Evaluieren Sie die neuen Microsoft Online Services Office 365 mit Exchange Online, SharePoint Online, Lync Online und Yammer. Dazu Windows 8 mit Office 2013, Microsoft Intune und zahlreichen weiteren wertvollen Services die tatsächlich eine neue Art des Arbeitens ermöglichen. Business Intelligence, von Microsoft ebenso wie von Drittanbietern, verschmilzt immer mehr als Querschnittsfunktion in die einzelnen Services.

 

Geben Sie uns Ihr Feedback – wir sind gespannt auf Ihre Realitäten!

 

Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

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