Das neue SQL 2012 Tabular Model | Teil 2 PowerPivot Basismodell

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Um die neue Tabular Model Technologie in SQL Server 2012 zu nutzen, erstellen wir zuerst ein einfaches Datenmodell auf Basis PowerPivot. Direkt in Excel 2010 und noch ganz ohne SQL Server, erstellt durch den Power User in der Fachabteilung.

Konkret erstellen wir eine Analyse- und Berichtsanwendung für SAP Kostenstellendaten, die Daten dafür holen wir mit wenigen Mausklicks aus dem gut standardisierten relationalen FLEX-Reporting! Datawarehouse.

Die Transaktionsdaten aus dem Modul SAP CO-OM sind hier bereits perfekt in 7 Dimensionen strukturiert, zu jeder Dimension wurde ebenfalls aus dem relationalen Datawarehouse eine zugehörige Stammdatentabelle mit nach PowerPivot übernommen:

Beachten Sie bitte die Leistung von PowerPivot gegenüber „normalem Excel“: die Übernahme der rund 175.000 Transaktionsdatensätze sowie der zugehörigen Stammdatentabellen aus dem Datawarehouse sowie die Berechnung der Verknüpfungen dauert nur etwa 30 Sekunden.

Das Datenmodell – es handelt sich hier übrigens bereits um ein „Tabular Model“ – wird nach den FLEX-Reporting! Modellierungsregeln als striktes „Star-Schema“ erstellt. Rund um die Faktentabelle (= Transaktionsdaten aus SAP) wird also zu jedem Dimensions-Key genau eine Stammdatentabelle verknüpft:

Mit den neuen Möglichkeiten von PowerPivot 2012 wird das PowerPivot-Datenmodell mit ein bis zwei Hierarchien pro Dimension ausgestattet sowie die Sort-by-Column-Funktion im Bereich der Zeittabelle zur logisch-korrekten Sortierung angewendet.

Die Analyse- und Berichtsoberfläche wird direkt in der selben Excel-Datei als Pivottabelle erstellt in der auch das PowerPivot Datenmodell enthalten ist:

Der Vorteil von PowerPivot liegt auf der Hand: einfache und vor allem freie Modellierung des Datenmodells direkt durch die Fachabteilung. Alles direkt in Excel 2010. Keine BI Spezialausbildung notwendig. Keine Serverausstattung notwendig. Ideal für ad-hoc Anforderungen.

Die Nachteile dieser Desktop-Lösung werden bei erwünschter „regelmäßiger und breiter“ Nutzung schnell sichtbar:

  1. Kein Mehrbenutzerbetrieb möglich – es handelt sich um eine Desktop-Anwendung die grundsätzlich wie eine Excel-Datei funktioniert und zu handhaben ist …
  2. Kein Berechtigungssystem möglich – wer Zugriff auf die Datei hat kann alles einsehen …
  3. Keine automatische, zeitgesteuerte Aktualisierung möglich – beispielsweise im Zuge der Aktualisierung der Grunddaten im Datawarehouse …
  4. Keine sehr großen Datenmengen und nicht sehr große Komplexitäten möglich – es kommt leicht zur Speicherüberlastung des Client-Rechners …

Zur Überwindung dieser Nachteile von PowerPivot wurde mit SQL Server 2012 der „große Bruder“, nämlich das „SQL Server Analysis Services Tabular Model“, released. Sehen Sie im nächsten Post dieser Artikelserie wie das PowerPivot Basismodell mit wenigen Klicks als Tabular Model serverbasiert verwendet werden kann.

Robert Lochner

Robert Lochner ist seit 2001 als Unternehmer tätig und Gründer der Linearis. Seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien ist er als Unternehmer in der BI Branche tätig, ist Trainer für Excel BI und Power BI und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation ihrer Business Intelligence Prozesse. Er ist Autor des Linearis Blogs und mehrerer fachlicher Publikationen.

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Kategorien: Datawarehousing, Power Pivot nutzen, SQL Server als DWH nutzen